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Amazon stellt sein bisheriges Vergütungsmodell um

Amazon Werbekostenerstattung
Geschrieben von Andreas Simon

Vor zwei Tagen gab es wieder ein Mal eine Mail von Amazon mit einer Mitteilung über geänderte Teilnahmebedingungen. Ein Blick auf die Änderungen zeigt, dass lediglich die Erstattungssätze geändert wurden. Das alte Staffelmodell ist damit Vergangenheit. Das neue Modell hat so seine Vor- und Nachteile.

Was ändert sich im Amazon Affiliate Programm?

Amazon hat sein Vergütungsmodell komplett überarbeitet. Die alte Provisionsstaffel wird ab dem 1. Oktober abgeschafft. Ab dann gelten für alle Produktkategorien feste Werbekostenerstattungssätze. Mit den Änderungen will man sich wohl mehr an das amerikanische System annähern, wobei die Prozentwerte aber für Deutschland nicht identisch sind.

Bisher erhielt man für fast alle Produkte anfänglich 5% Provision. Je mehr man verkaufte, desto höher kletterte man in der Provisionsstaffel. Maximal waren 9% drin. Dafür hätte man im Monat aber auch mehr als 30.000 Produkte vermitteln müssen, was wohl die wenigsten geschafft haben dürften.

Dieses Staffelprinzip ist nun komplett gestrichen. Stattdessen erhält man folgende Provisionen für die Produkte aus dem Amazon Shop:

Produktkategorie Werbekosten-Erstattungssätze
Fernseher, Smartphones & Tablets ohne
Vertragsbindung, PS4-Konsolen
1,0%
Computer, Elektronik und Foto, Elektro-Großgeräte 3,0%
Software, Musik, DVD, Games,
Baumarkt, Spielzeug, Küche & Haushaltswaren,
Sport & Freizeit
5,0%
Amazon Geschenkgutscheine 6,0%
Bücher*, Auto und Motorrad, Home, Garten & Freizeit,
Musikinstrumente & DJ, Bürobedarf, Baby,
Parfümerie & Kosmetik, Lebensmittel & Getränke,
Drogerie & Bad – Elektrogeräte und Zubehör, Haustier
7,0%
Bekleidung, Schmuck, Gepäck, Schuhe, Uhren,
digitale Produkte (eBooks*, Musik, Video,
Software, Spiele, Apps), Kindle-Produkte, BuyVIP-
Produkte
10,0%
Alle übrigen Produkte 10,0%

Man sieht, dass einige Bereiche deutlich unter die bisherigen 5% gesunken sind. Dafür sind andere Kategorien sogar etwas lukrativer geworden. Mit dem neuen System wird es also Gewinner und Verlierer geben.

Gewinner

Ganz klar profitieren werden alle, die Bekleidung und Schmuck nutzen um ihre Seiten zu monetarisieren. Pauschal 10% sind schon ein sehr guter Wert. Auch Buchempfehlungen werden sich für viele in Zukunft wohl mehr lohnen. Um zuvor auf 7% zu kommen hätte man monatlich 1.000 Produkte an den Mann bringen müssen. Mit der gleichen Provision werden noch eine ganze Reihe weiterer Kategorien vergütet, die wahrscheinlich eher nicht so herausragend bei Amazon laufen. Wer dennoch auf diese Bereiche setzt kann sich voraussichtlich über steigende Gewinne freuen. Was man auch nicht außer Acht lassen sollte ist, dass alle anderen Produkte, die in keine der angegebenen Kategorien gehören, ebenfalls direkt mit 7% besser abschneiden als zuvor.

Verlierer

Was sich in Zukunft kaum noch lohnt sind Fernseher, Smartphones und Tablets. Mit einem Prozent Provision hätte Amazon diesen Bereich eigentlich auch gleich ganz ausschließen können. Auch Produkte aus dem Bereich Computer, Elektronik und Foto sowie Elektro-Großgeräte bringen nun weniger ein. Mit 3% kann man aber immerhin noch etwas anfangen wenn die Geräte höherpreisig sind.

Die beste Nachricht

Eine gute Nachricht gibt es allerdings für alle Amazon-Affiliates. Und zwar fällt das 10-Euro Provisionslimit. Das heißt der ausgezahlte Betrag für ein einzelnes Produkt ist nicht mehr auf 10 Euro gedeckelt. Und das wird einige Einbußen durch die gesunkenen Werbekostenerstattungssätze kompensieren. Ein Laptop für 700 Euro bringt jetzt zum Beispiel 21 Euro statt bisher den Maximalbetrag von 10 Euro. Das hilft aber natürlich nur bei Produkten mit hohem Warenwert.

Fazit

Seitenbetreiber mit Themen wie Smartphones und Tablets oder Fernsehern werden sich wohl zumindest mal nach alternativen Monetarisierungsmöglichkeiten umgucken müssen. Im weitesten Sinne gehört dazu ja auch mein Projekt Geek Apple. Wenn ich die Arbeit an der Seite also wieder aufnehme werde ich auch mal sehen was für Produkte sich noch lohnen.

Bei allen anderen Kategorien wird man abwarten müssen ob die Aufhebung der Obergrenze dazu führt, dass die Einnahmen insgesamt gleich bleiben oder vielleicht sogar ansteigen.

Es lässt sich auf jeden Fall schon sagen, dass die bisherige Strategie, auf möglichst viele niedrigpreisige und mittelpreisige Produkte zu setzen, nicht unbedingt weiterhin das Beste sein muss. Das Motto Masse statt Klasse war ja durch die 10-Euro-Grenze bedingt. Sales über 200 Euro machten im Grunde ja gar keinen Sinn, da es eh maximal 10 Euro gab. Mit dem neuen System wird es in jedem fall lukrativer auf teure Artikel zu setzen um direkt hohe Provisionen mit einem Verkauf zu generieren.