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Interview: Peer Wandiger über die Nischenseiten Challenge 2015

Interview Mikrofon
CC0 - Pixabay
Geschrieben von Andreas Simon

Die Nischenseiten Challenge ist bereits eine Weile beendet. Insgesamt ist etwas Ruhe eingekehrt und man merkt auf einigen Blogs, dass die Projekte bei vielen Teilnehmern Kraft gekostet haben. Einige scheinen sich erst eine Auszeit zu nehmen. Auch ich habe mich ja zunächst auf die Umgestaltung des Affiliate Tagebuchs konzentriert und ein wenig durchgeatmet.

Mit etwas Abstand ist es eine gute Gelegenheit den Initiator der NSC 2015, Peer Wandiger, zur diesjährigen Ausgabe auszufragen. Vorstellen muss man den Betreiber von selbstaendig-im-netz.de sicher niemandem mehr.

Obwohl er nach der Challenge sehr beschäftigt ist hat er sich recht ausführlich meinen Fragen zu verschiedenen Themen gestellt. Hier sind die interessanten Einblicke hinter die Kulissen der Nischenseiten Challenge.

Allgemein zur Challenge:

In diesem Jahr gab es mit fast 200 nochmals mehr Teilnehmer als 2014.
Woher glaubst du kommt dieses wachsende Interesse an Nischenseiten?

Ja es waren mehr als 200 neu registrierte Teilnehmer, was mich natürlich sehr gefreut hat. Hinzu kommen viele Teilnehmer, die ihren Zugang noch vom letzten Jahr hatten. Und es haben auch einige mitgemacht, ohne sich zu registrieren.

Ob es jetzt ein spezielles Interesse an Nischenseiten ist, kann ich nicht sagen. Ich denke eher, dass die Challenge an sich für sehr viele eine sehr interessante Sache mit vielen Einblicken ist. Und es ist eine gute Gelegenheit die erste Website ohne großes Risiko umzusetzen. Natürlich möchten die meisten dann damit auch Geld verdienen, aber primär geht es erstmal darum, überhaupt etwas auf die Beine zu stellen uns fertig zu bekommen. Das ist ja für viele Einsteiger das Hauptproblem. Und dabei hilft die Challenge mit den praktischen Beispielen, den Tipps, dem Austausch mit anderen und auch dem Zeitdruck.

Planst du bei so einem Teilnehmerinteresse jetzt jedes Jahr eine Challenge?

Ich lasse das einfach auf mich zukommen. Es ist ja relativ viel Aufwand und mit Vor- und Nachbereitung bin ich fast ein halbes Jahr damit beschäftigt. Ich habe natürlich noch viele andere Ideen, weshalb ich mich jetzt nicht zwingend auf eine jährliche Challenge festlege.

Wie bewertest du die Qualität der Teilnehmerseiten?

Wie im richtigen Leben ist auch hier alles vertreten. Von sehr hochwertigen Sites, in die viel Liebe und Arbeit geflossen ist, bis hin zu relativ schlechten Sites ist alles dabei. Man sieht da zum einen natürlich die vorhandenen Fähigkeiten der Teilnehmer. Es ist völlig in Ordnung, wenn die erste Nischensite nicht so toll wird. Man lernt da eine Menge. Aber es gibt eben auch Unterschiede in der Herangehensweise an Inhalte und Qualität. Es freut mich aber zu sehen, dass recht viele Teilnehmer auch eher langfristig denken und verstanden haben, dass gute Inhalte der Schlüssel zum Erfolg in Zukunft ist.

Wie beurteilst du allgemein den Erfolg der Challenge 2015?

Meine Website nischenseiten-guide.de hatte teilweise mehr als 100.000 Seitenaufrufe im Monat während der Challenge und die Zahl der Beiträge hat sich mehr als verdreifacht. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, gerade wenn man bedenkt, dass ich das allein neben meiner eigentlichen Arbeit durchgeführt habe. An dieser Stelle aber auch ein großes Dankeschön an die Teilnehmer. Es gibt nicht viele Communities im Web, die immer fair, freundlich und hilfsbereit miteinander umgehend. Das hat mich sehr gefreut.

Aufwand der Challenge:

Du hattest ja in diesem Jahr keinen offiziellen Helfer für den Nischenseiten Guide. War es neben dem Erstellen deiner Nischenseite viel Aufwand die Teilnehmerberichte zu moderieren?

Ich bin da etwas vorsichtig und schaue mir jeden Teilnehmerbeitrag an. Ich möchte weder Urheberrechtsgeschützte Bilder, noch Beleidigungen und Linkspam in den Teilnehmerberichten. Und es hat natürlich Zeit gekostet die mehr als 900 Beiträge zu lesen und freizuschalten. Aber fast ausnahmslos waren die in Ordnung und deshalb ging es auch relativ gut. Leider hat mir insgesamt aber ein wenig die Zeit für das interne Forum gefehlt und ich konnte auch nicht bei jeden Report einen Kommentar hinterlassen. Da macht es sich bemerkbar, dass ich alleine alles umgesetzt habe.

Hast du dir wirklich jeden Bericht durchgelesen bevor du sie freigeschaltet hast?

Ja, wie gesagt. Ich bin da vielleicht zu vorsichtig, aber meist war nur Montag und Dienstag stressig, wenn die meisten ihre Reports veröffentlicht haben. Und man muss ja sagen, dass von allen registrierten Teilnehmern nur ein Teil regelmäßig was geschrieben hat.

Hat der zusätzliche Aufwand den Aufbau deiner Nischenseite beeinflusst?

Nein, nicht wirklich. Ich habe mittlerweile relativ viel Erfahrung im Aufbau von Nischensites und deshalb habe ich diesmal noch weniger Zeit investiert, als letztes Jahr. Für den einen oder anderen mag das zu sehr nach Reißbrett aussehen, aber bei einer kleinen Nischenwebsite muss man sicher nicht das Rad jedesmal neu erfinden. Und ich habe mittlerweile schon viele Workflows, die sich einfach bewährt haben. Insgesamt war der Aufwand in den 3 Monaten natürlich schon höher als normal, aber es war machbar.

Nach den ersten Wochen kam bei einigen Nutzern der Wunsch nach direkten Kommentaren auf, da es relativ wenig Anregungen und Hilfestellungen gab.

Eigentlich hatte ich auch vor alle Kommentare zu moderieren, aber das war keine gute Idee. Es fehlte einfach die Zeit neben meiner eigentlichen Arbeit, dem Aufbau meiner Nischenwebsite, der Verwaltung der Challenge und der Moderation der Beiträge ständig Kommentare freizuschalten, weshalb interessante Diskussionen unter den Teilnehmern nicht möglich waren. Deshalb habe ich reagiert und auf die automatische Freischaltung der Kommentare umgestellt. Danach war es sicher besser, auch wenn ich selbst nicht so oft dazu gekommen bin zu kommentieren.

Wie bewertest du insgesamt die Kommunikation zwischen den Teilnehmern?

Das Forum wurde ganz Okay genutzt und in den Kommentaren war nach meiner Umstellung doch mehr los. Ich denke, dass viele Teilnehmer schon froh über diesen Austausch und das Feedback sind, den sie sonst vielleicht gar nicht haben. Aber besser geht es sicher immer.

Zu deiner Nischenseite:

Wie zufrieden bist du mit deiner Nischenseite?

Mit der Nischenwebsite an sich bin ich sehr zufrieden. Der Traffic hat sich wie gewünscht entwickelt und auch inhaltlich hatte ich Spaß daran, da mich das Thema durch unsere Hausbau-Aktivitäten sehr interessiert hat. Zudem konnte ich mal Pinterest nutzen, was sonst nie der Fall war.

Etwas unzufrieden bin ich noch mit den Einnahmen, auch wenn es hier noch einiges an Optimierungspotential gibt. Aber auch das Thema an sich (Bautrockner) war nicht ganz so geeignet, wie mein letztjähriges Thema (Werkzeugkoffer). Letzteres kauft man in der Regel, während man Bautrockner eher mietet.

Aber es geht ja nun weiter und ich werde mich verstärkt auf Luftentfeuchter konzentrieren und die Website weiter ausbauen.

Wie schätzt du die weitere Entwicklung deiner Seite nach der Challenge ein?

Das lässt sich schwer voraussagen, aber anhand der Erfahrungen mit anderen Nischenwebsites sehe ich weiteres Potential. Ich gehe davon aus, dass die Einnahmen durch verschiedene Optimierungen weiter steigen werden. Auf jeden Fall werde ich hin und wieder über die weitere Entwicklung berichten.

Zum E-Book:

In diesem Jahr hast du zum Start der NSC dein lange geplantes E-Book herausgebracht.
Wie zufrieden bist du mit dem Absatz?

Sehr zufrieden. Es war mein erstes eigenes Produkt und da hat man vorher natürlich die Angst, dass man gar nichts verkauft. Das Gegenteil war am Ende der Fall und das motiviert mich sehr in dieser Richtung in Zukunft noch mehr zu machen.

Hat es deine Erwartungen erfüllt?

Wie gesagt, es ist schwer Erwartungen zu haben, wenn man überhaupt keine Erfahrungen damit hat. Ich hatte mir im Hinterkopf aber schon ein Worst Case und ein Best Case Szenario zurechtgelegt. Das Ergebnis liegt eher beim Best Case Szenario. Und obwohl natürlich der Launch sehr erfolgreich war, verkaufe ich seitdem immer weiter eBooks. Es ist natürlich gut, auf diese Weise ein weiteres Standbein zu haben.

Wie ist das Feedback der Leser ausgefallen?

Die allermeisten Käufer sind damit sehr zufrieden. Nur ganz selten kommt mal Kritik, was aber eher daran liegt, dass diese Personen wohl was anderes erwartet haben. Ich kommuniziere immer, dass es für Einsteiger gedacht ist und alle Grundlagen enthält. Zudem bin ich niemand der geheime Tricks und ähnliches verspricht, wie viele Internet-Gurus. Und wenn sich dann jemand beschwert, dass er als langjähriger Website-Betreiber schon fast alles aus dem eBook kennt, dann muss ich sagen: Selber Schuld. Auf der Verkaufseite steht sehr genau, für wen es gedacht ist. Aber insgesamt könnte ich mit dem Feedback nicht glücklicher sein.

Planst du in Zukunft weitere E-Books?

Das ist natürlich eine Zeitfrage. Die Erstellung des eBooks war schon ein hartes Stück Arbeit und hat mich unter anderem einen Großteil des Weihnachts-Urlaubs gekostet. Deshalb wird es nun nicht ständig neue eBooks geben. Aber mit dem kommenden Mitarbeiter werde ich sicher ein wenig entlastet und dann ist ein weiteres eBook auf jeden Fall realistisch.


Zunächst bedanke ich mich herzlich bei Peer für das ausführliche Interview. In seinem Blog hat er selbst auch noch ein Fazit unter die Challenge gezogen.

Auch ich versuche in dieser Woche einen abschließenden Bericht zu meiner eigenen Nischenseite und den gewonnenen Erfahrungen zu verfassen. Dabei bewerte ich die NSC aus meiner Sicht und werde einen Ausblick für die weitere Entwicklung meiner Teilnehmerseite geben.