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Schritt 3: Design – Meine 7 Template-Auswahlkriterien

Fadenzähler
CC0 - Pixabay
Geschrieben von Andreas Simon

Nach der ganzen grauen Theorie kommt nun langsam die Praxis. Im nächsten Arbeitsschritt geht es an das Design. Für mich ist dies immer einer der langwierigsten und schwierigsten Abschnitte. Es dauert oft sehr lange bis ich mit dem endgültigen Design fertig und zufrieden bin. Grundlegend wichtig ist dabei eine gute Auswahl des Templates. Mit diesem steht und fällt die weitere Arbeit. Die falsche Wahl kann hier für viel Ärger und Arbeit sorgen – nicht nur im Bereich Design.

Design ist wichtig – aber nicht alles

Grundsätzlich lege ich viel Wert auf das richtige Design. Da ich aber bei den Projekten, mit denen ich ein (mehr oder weniger) passives Einkommen im Internet verdienen möchte, zu aufwendig wäre ein komplett neues Design zu erstellen und als Seitenvorlage umzusetzen, greife ich immer als Basis auf ein fertiges Theme zurück. Meistens werden es kostenpflichtige Premium-Themes, weil die kostenlosen Angebote meinen Ansprüchen nicht genügen.

Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass nicht alle Themes automatisch auch etwas taugen, nur weil sie Geld kosten. Bevor ich mich für ein Exemplar entscheide muss es mich ich folgenden sieben Kategorien überzeugen:

1. Optik

Ganz klar im Vordergrund steht natürlich die Optik. Wenn mir ein Theme nicht auf anhieb gefällt, macht es wenig Sinn es noch weiter in Betracht zu ziehen und auf weitere Faktoren zu überprüfen. Dabei muss es aber nicht nur optisch ansprechend sein, sondern auch zum Thema der Seite passen. Ein technisches Thema braucht zum Beispiel eine ganz andere Grundoptik als wenn es beispielsweise um Kinder und Familie geht. In der Regel suche ich mir zwischen drei und fünf Themes aus, die in die engere Wahl kommen. Je weniger dabei übrig bleiben um so leichter fällt die spätere Entscheidung. Sind es hingegen zu wenige, dann besteht die Gefahr, dass am Ende keines übrig bleibt und ich erneut mit der Suche beginnen muss.

2. Zweckmäßigkeit

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass das Theme alle nötigen Elemente für das Projekt bereit hält. Daher sollte man sich in der Planungsphase schon so detailliert wie möglich Gedanken über die Inhalte machen. Das Theme sollte also für alle geplanten Inhaltselemente schon eine Lösung bieten. Zum Beispiel einen Slider, Preisvergleiche oder eine ausreichende Anzahl von Spalten. Ist das Theme hier nicht zweckmäßig, dann muss vieles über zusätzliche Plugins gelöst werden. Dies verschlechtert nicht nur die Performance der Seite, es erhöht auch den Pflegeaufwand und bietet mögliche Sicherheitslücken. Zudem sollte das Theme nach Möglichkeit auch zu zwingend benötigten Plugins kompatibel sein. So zum Beispiel WooCommerce für Shops oder WPML für mehrsprachige Seiten.

3. Responsive Layout

Spätestens seit Google Seiten mit einer guten Mobilversion bevorzugt ist dieser Punkt unerlässlich. Ein Theme sollte auf jeden Fall gute Versionen für die Ansicht auf dem Computerbildschirm, auf Tablets und Smartphones haben. Ist die Seite nicht bei allen Bildschirmgrößen gut zu bedienen, dann sollte man die Finger von dem Theme lassen. Muss man in diesem Bereich nacharbeiten, dann ist dies oft viel Aufwand. Zudem muss man teilweise gute Kenntnisse von CSS haben.

4. Navigation

Mein nächstes Kriterium schließt sich direkt an. Ich lege sehr viel Wert auf eine gute Navigation. Diese sollte optisch gut gestaltet, gut lesbar und für die benötigten Navigationsebenen ausgelegt sein. Ganz besonders wichtig ist mir die Ansicht für Mobilgeräte. Oft ist die Navigation für breite Bildschirme hervorragend gestaltet, bietet dann auf den Smartphone aber nur noch eine rudimentäre Funktionalität. In vielen Fällen fehlt dann jegliche Gestaltung und die Übersichtlichkeit ist nicht mehr gegeben. Es gibt zwar mittlerweile gute Plugins, welche die Standard-Navigation auf kleinen Screens ersetzen können, aber wie gesagt ist bei Erweiterungen weniger immer mehr.

5. Quellcode

Bei diesem Punkt drücke ich oft ein Auge zu. Eigentlich ist ein sauberer Quellcode natürlich sehr wichtig. Da die meisten Premium Themes aber für zahlreiche Anwendungsfälle gedacht und mit diversen Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet sind, ist der Code fast immer sehr aufgebläht. Da also die wenigsten Vorlagen schlanken und übersichtlichen Code vorweisen können, muss man hier kompromissbereit sein.

6. Pagespeed

Besonders aus SEO-Sicht ist eine möglichst kurze Ladezeit wünschenswert. Darauf hat das Template natürlich deutlichen Einfluss. Neben dem erwähnten sauberen Quellcode ist vor allem die Anzahl der eingebundenen Script- und CSS-Dateien ausschlaggebend. Auch hier gilt wieder – weniger ist deutlich mehr.

7. Anpassbarkeit

Auch wenn es zu schlechterem Quellcode führt ist ein leicht anzupassendes Thema dennoch viel Wert. Es erspart schließlich viel Zeit, wenn man einige grundlegende Dinge, wie zum Beispiel die Farben, direkt in den Optionen einstellen kann. Darüber hinaus muss das Theme mit möglichst wenig Aufwand an die eigenen Vorstellungen anzupassen sein. Je weniger Arbeit entsteht um zum fertigen Design zu kommen, desto schneller kann das Projekt online gehen.

Das Theme für WebFaktorei

So viel also zu meinen wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des perfekten Themes. Natürlich spielen auch immer noch weitere Faktoren bei der Wahl mit. Im Fall von WebFaktorei ging es erstaunlich schnell. Vor einem Jahr hatte ich zwar bereits die Seitenvorlage ausgearbeitet, diese war aber nicht für das Shop-Plugin WooCommerce ausgelegt. Dieses bietet von Haus aus aber schon so viele Funktionen für die Darstellung der einzelnen „Produkte“, dass ich auf jeden Fall darauf zurückgreifen wollte. Es musste also ein neues WordPress-Theme her. Auch wenn ich zwischenzeitlich zwischen drei Varianten geschwankt habe, wurde es letztendlich meine erste Wahl.

Es passt perfekt an meine Anforderungen und bedurfte daher sehr wenig Anpassungen. Dadurch ist es natürlich noch sehr nah am Original und vergleichsweise wenig individuell. Da ich aber in insgesamt 8 Wochen mit dem Projekt fertig sein will, kann ich mich hier nicht zu sehr austoben. Ein eigenes Logo und einige Anpassungen im Footer müssen reichen. Etwas Zeit ist ohnehin noch mit einigen Details bei der Gestaltung der Shop-Elemente drauf gegangen.

Als Farbwelt habe ich (wie in der Planungsphase erwähnt) Blau, Weiß und Grau ausgewählt. So entsteht ein kühler und moderner Look. Aber was soll ich noch mehr beschreiben – es ist an der Zeit , dass sich jeder selbst ein erstes Bild machen kann. Unter www.web-faktorei.de ist die Grundseite nun zu erreichen. Es sind zwar noch so gut wie keine Inhalte vorhanden, aber man kann sich dennoch schon ein erstes Bild machen.

Ausblick

Die nächste Woche steht dann ganz im Zeichen des Inhalts. Nun ist Fleißarbeit gefragt um einen ersten Grundstock an Templates einzupflegen. Zudem gilt es einige Infotexte zu schreiben. Dies wird aber wahrscheinlich erst in die übernächste Woche fallen.


Die bisherigen Artikel zur Entwicklung von WebFaktorei:

Schon lange geplant – jetzt beginnt endlich die Umsetzung
Schritt 1: Analyse – Welches Potenzial steckt in dem Thema
Schritt 2: Ein Grundkonzept erstellen
Schritt 3: Design – Meine 7 Template-Auswahlkriterien
Schritt 4: Inhalt erstellen – „Content is king“
Schritt 5: Die Monetarisierung koordinieren
Schritt 6: Ohne Fleiß kein Preis – Neue Inhalte erstellen

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