WebFaktorei

Schritt 2: Ein Grundkonzept erstellen

Stift und Papier
CC0 - Pixabay
Geschrieben von Andreas Simon

In meinem letzten Bericht habe ich ja schon das Thema der neuen Seite vorgestellt und analysiert. Nachdem man sich entschieden hat, heißt es natürlich mit der Arbeit zu starten. Aber wie geht man ein solches Projekt an? Bevor ich mich mit der Gestaltung auseinandersetze, erstelle ich in der Regel ein ausgiebiges Konzept. Diese Woche beschreibe ich wie meine ersten Planungsschritte aussehen.

Gute Planung für eine erfolgreiche Seite

Wie bereits in den letzten Wochen mehrmals erwähnt, ist die Wahl des richtigen Themas und dessen Analyse die halbe Miete für ein erfolgreiches Projekt. Aber auch wenn man sich für eine vielversprechende Materie entschieden hat, kann man noch viel falsch machen. Um dies zu vermeiden erstelle ich zuerst ein grundlegendes Konzept, bevor ich mich überhaupt an den Rechner setze um mit der Umsetzung zu beginnen. Das heißt natürlich nicht, dass damit eine erfolgreiche Seite garantiert ist oder keine Fehler oder Probleme mehr auftauchen. Aber es schadet in jedem Fall nicht und erspart in der Regel die größten Denkfehler.

Die wichtigsten Faktoren, die ich mir im Vorfeld überlege, betreffen die Zielgruppe, die grundlegenden Eckpunkte der Gestaltung, die Strukturierung sowie die Integration der Monetarisierung.

Die Zielgruppe bestimmen

Wenn man ein neues Webprojekt beginnt, dann sollte der erste Schritt immer die Bestimmung der Zielgruppe sein. Man sollte sich auf jeden Fall bewusst werden an wen man die Seite adressiert. Entwickelt man an der Zielgruppe vorbei, so wird sie sich auch nicht angesprochen fühlen. Wer interessiert sich also für das ausgewählte Thema? Welche Erwartungen und Bedürfnisse haben die zukünftigen Besucher? Was für ein Typ sind diese und welche Einstellung und weitere Interessen könnten sie haben? Wenn man diese und weitere Fragen beantwortet, kriegt man ein gutes Bild seiner Zielgruppe. Dadurch kann man dann im weiteren Prozess auch bestimmen, wie man die Besucher bestmöglich anspricht und ihr Interesse weckt.

In meinem Fall dürfte sich die Zielgruppe relativ leicht eingrenzen lassen. Für Premium-Themes werden sich verschiedenste Gruppen von Leuten interessieren, die im Begriff sind eine neue Webseite zu starten oder ihre bestehende Seite neu zu gestalten. Dies könnten zum Beispiel Privatanwender sein, die einen Blog, eine Nischenseite oder etwas ähnliches starten wollen. Genauso dürften aber Freelancer oder selbständige Webdesigner darunter sein, die für Kunden eine Webseite erstellen sowie kleine Unternehmen oder Agenturen. Größere Werbeagenturen dürften sich eher selten die Blöße geben und auf fertige Seitenvorlagen zurückgreifen.

In jedem Fall wird es sich um technikinteressierte und internetaffine Menschen handeln. Zudem wird die Zielgruppe auch ein gewisses Interesse an Design haben, da sie sich nach einer professionellen Gestaltung für ihre Seite umsehen. Viele werden auf der Suche nach einer schnellen, kostengünstigen und hochwertigen Lösung für die Gestaltung und Umsetzung ihres Projektes sein. Einige weil sie selbst nicht das Know-How haben um eine eigene Seite zu erstellen und andere vielleicht einfach weil sie sich die Arbeit sparen und ihren Gewinn maximieren wollen.

Damit ist schon ein vages Bild der Gruppe gezeichnet. In der weiteren Planung kann man für die Zielgruppe sicherlich noch weitere Aspekte ergänzen. In welcher Reihenfolge ich die nächsten Schritte angehe ist unterschiedlich und etwas vom Thema abhängig. Wichtig ist nur, dass alles ausgearbeitet wird, bevor ich in die konkrete Gestaltung und Implementierung der Seite gehe. Oft springe ich auch hin und her um an anderen Stellen noch Dinge zu ergänzen, die mir im aktuellen Planungsschritt in den Sinn kommen.

Designentscheidungen

In die endgültige Gestaltung bzw. die Auswahl eines Themes sollte man eigentlich erst gehen, wenn man grundsätzlich definiert hat, was die Seite beinhalten soll und die man sie strukturieren will. Ohne zu wissen welche Elemente die Seite enthalten wird kann man sich nicht für eine passende Gestaltung entscheiden. Grundlegende Entscheidungen kann man aber durchaus sehr früh in der Planung festlegen. Insbesondere wenn man für das Projekt eine Marke kreieren will. Außerdem bringt es ein wenig Abwechslung, sich zwischendurch mal etwas mit Design zu beschäftigen.

Namensfindung

In diesem Bereich fällt für mich auch immer die Wahl eines Namens für das Projekt. Es hat zwar wenig mit Design zu tun, kann aber Einfluss auf einige Entscheidungen bezüglich der Gestaltung haben. Grundsätzliche wähle ich entweder eine passende und freie Keyword-Domain und verwende sie als Namen oder ich entscheide mich für einen „Markennamen“.

Hätte ich mich nicht vor einem Jahr bereits mit dem Thema Premium-Templates auseinandergesetzt, dann würde ich in diesem Fall eigentlich keine Marke erstellen. Damals hatte ich für die Seite allerdings auch ein ganz anderes Konzept im Sinn, das weniger mit Affiliate Marketing zu tun hatte. Es sollte eigentlich ein neuer Zweig meiner Firmentätigkeit werden. Die Domain, die ich im Übrigen diese Woche noch nicht verraten werde, war schon gesichert und ich habe mich entschieden diese nun zu verwenden. Da es sich nicht um eine Keyword-Domain handelt muss ich nun zwangsläufig eine kleine Marke entwickeln.

Der Name des Projekts lautet künftig WebFaktorei. Die Idee dahinter ist, dass man mit Templates die Webseiten im Grunde von der Stange bzw. wie vom Fließband erstellen kann. Um einen etwas ungewöhnlicheren Namen zu erhalten wollte ich aber nicht das englischen Wort „factory“ verwenden und bin auf den etwas altertümlichen Begriff Faktorei gestoßen, mit dem in der Kolonialzeit Handelsniederlassungen bezeichnet wurden.

Farbgestaltung

Für die richtige Farbgestaltung einer Seite verwende ich gerne die Theorien der Motiv- und Emotionssysteme, die ich schon vor einiger Zeit mal grob vorgestellt habe. Damit lässt sich die Zielgruppe und das Seitenthema einordnen und man kann möglichst emotionalisierende Farben bestimmen. Dies ist wichtig um die Erwartungen zu erfüllen und eine hohe Bindung sowie Vertrauen zu erzeugen.

Für das Projekt WebFaktorei und seine Zielgruppe würde ich die Attribute Funktionalität, Technik, Leistung, Qualität, Sparsamkeit und Verlässlichkeit definieren. Und damit liege ich ganz eindeutig im Bereich von Disziplin und Kontrolle. Damit kommen Blautöne, Grau sowie Schwarz und Weiß in Frage. Und damit liegt WebFaktorei genau im selben Bereich, in dem ich auch mein erstes Projekt Geek Apple lag. Da dieses bereits eingestellt ist, habe ich zunächst überlegt das alte Template zu verwenden. Im späteren Verlauf der Planungen habe ich diesen Gedanken dann aber wieder verworfen. Dazu aber später mehr.

Look and Feel

Neben den Farben ist auch der grundsätzliche erste Eindruck der Seite, die Anmutung, ein wichtiger Faktor um die Besucher möglichst lange auf der Seite zu halten. In diesem Fall muss es natürlich eine sehr moderne und technische Gestaltung sein. Klare Linien, Kanten und Flächen werden die Gestaltung prägen. Zudem wird der Weißraum dominieren und Blau einen auffälligen und einprägsamen Akzent liefern. Dazu werden in jedem Fall serifenlose moderne Schriften zum Einsatz kommen.

Mit diesen ersten Grunddefinitionen für das Design gehe ich dann in die Auswahl des passenden Themes. Auch die WebFaktorei-Seite selbst wird sich natürlich eines hochwertigen Premium-Themes bedienen, da ich nicht die Zeit habe die Seite selbst zu gestalten und umzusetzen. Zuvor gilt es aber wie erwähnt noch einige inhaltliche Dinge festzulegen.

Inhalt und Struktur

Es ist sehr wichtig, sich früh bereits im Klaren zu sein, was später alles auf der Seite zu finden sein wird. Das heißt natürlich nicht, dass man diese später nicht auch noch erweitern kann. Aber um sich möglichst wenig Arbeit zu machen und sich unnötigen Ärger zu ersparen ist es sinnvoll, dass man schon grob weiß, was auf der Seite platziert wird. So kann man die benötigten Elemente bereits bei der Auswahl des Templates berücksichtigen. Der Einsatz von zusätzlichen Plugins oder gar ein nennenswerter Eingriff in die Programmierung der Seitenvorlage bleibt so erspart.

Für mich war klar, dass ich eine Lösung finden muss um eine Art Produktkatalog anzulegen, mit dem die einzelnen Templates strukturiert, kategorisiert und präsentiert werden können. Das Template meiner Wahl sollte daher kompatibel mit dem kostenlosen Shop-Plugin WooCommerce sein. Damit ist automatisch auch gleich ein Bewertungssystem integriert. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Und damit war auch direkt klar, dass das alte Theme meiner Geek Apple Seite heraus fällt. Hier ist eine Kompatibilität nicht gegeben.

Neben diesen speziellen Anforderungen wird es aber natürlich auch einen Informationsteil auf der Seite geben. Um schon vorab zu wissen welche Inhalte ich unterbringen muss, schreibe ich mir alle Kategorien auf, über die ich schreiben werde. Daraus entwickele ich einen möglichst detaillierten Baum aus Seiten und Unterseiten. Das hat den Vorteil, dass ich weiß, welche Anforderungen ich an die eingesetzte Navigation haben werde. Auch dies kann ich dann bereits bei der Theme-Auswahl berücksichtigen. Zum anderen kann ich diesen Navigationsbaum später verwenden um die fertigen Seiten abzuhaken.

Nach diesem Schritt habe ich meistens schon ein sehr genaues Bild von der Seite. Das macht die Wahl eines passenden Themes nicht unbedingt leicht, aber es hilft doch vieles von vornherein auszuschließen.

Die Monetarisierung einplanen

Als letzten Schritt mache ich mir auch schon ein wenig Gedanken darüber wie ich die verschiedenen Arten der Monetarisierung einbinden will. Bereits bei der Auswahl des Themas der Seite sollte man ja schon eine breite Auswahl an Möglichkeiten gefunden haben.

Für WebFaktorei wird natürlich der Link zu den einzelnen Anbietern der Themes eine ganz zentrale Rolle spielen. Dies wird ja durch das Shop-Plugin, dass eine Funktion für Affiliate-Links bietet, abgedeckt. Aber zusätzlich sollen auch andere Partnerprogramme in Form von Bannern und AdSense Anzeigen eingebunden werden. Im Idealfall bietet die zukünftige Seitenvorlage also bereits Banner-Widgets. Zumindest sollte sie aber eine ausreichend breite Sidebar haben um Werbebanner zu integrieren.

Ausblick

Soweit also ein kleiner Einblick in meinen Planungsprozess. In der nächsten Woche geht es dann an die Auswahl und die Integration des Designs bzw. des passenden Themes. Bis dahin werde ich dann hoffentlich auch ein paar Inhalte fertig haben. Dann gibt es auch definitiv den Link zur Seite, damit ihr euch den aktuellen Stand ansehen könnt.


Die bisherigen Artikel zur Entwicklung von WebFaktorei:

Schon lange geplant – jetzt beginnt endlich die Umsetzung
Schritt 1: Analyse – Welches Potenzial steckt in dem Thema
Schritt 2: Ein Grundkonzept erstellen
Schritt 3: Design – Meine 7 Template-Auswahlkriterien
Schritt 4: Inhalt erstellen – „Content is king“
Schritt 5: Die Monetarisierung koordinieren
Schritt 6: Ohne Fleiß kein Preis – Neue Inhalte erstellen