ST!MMT N!CHT

Soziale Netzwerke abseits von Facebook

Soziale Netzwerke Instagram Pinterest Tumblr
Geschrieben von Andreas Simon

Wenn man mit Internetseiten Geld verdienen möchte, dann ist Traffic der mit Abstand wichtigste Faktor. Mehr Nutzer bedeuten natürlich auch mehr potenzielle Klicks und Sales. Hauptlieferant für Seitenbesucher ist nach wie vor Google. Aber gerade beim Start einer neuen Seite kann man auf die Suchmaschine nicht wirklich zählen. Bis man zu nennenswerten Rankings kommt dauert es meist eine ganze Weile. Soziale Netzwerke können da schon schneller für Traffic sorgen.

Allen voran ist sicherlich Facebook zu nennen. Das Netzwerk hat die mit Abstand größte Zahl aktiver Nutzer. Wenn man auf Social Media setzt, dann führt der Weg an Facebook nicht vorbei. Die Frage ist eher, ob es sich lohnt auch auf andere „Pferde“ zu setzen. Oder kann man die anderen Netzwerke eher vernachlässigen? Lohnt sich der Aufwand eines der unzähligen anderen sozialen Netze anzuzapfen?

Im Rahmen meines 48-Stunden-Projekts habe ich mir genau diese Fragen gestellt. Mit meiner Seite ST!MMT N!CHT teste ich verschiedene Netzwerke aus. Damit möchte ich herausfinden welche Plattformen sich lohnen und wie gut man den Traffic im Netzwerk auf die eigene Seite umleiten kann.

Da ich hier primär mit Bildbeiträgen arbeite, drängten sich einige Netzwerke natürlich auf. Besonders Instagram ist ja aktuell das am stärksten wachsende soziale Netz. Aber auch Pinterest und Flickr waren für mich interessante Adressen, da sie oft als gute Traffic-Quellen genannt werden.

Instagram

Nicht erst seit Facebook das Zepter bei Instagram übernommen hat steigt die Beliebtheit von Instagram stark an. Besonders bei jüngeren Nutzern scheint der Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos dem großen Bruder den Rang abzulaufen. Speziell für mein Projekt war Instagram mit seiner Spezialisierung auf Bilder die erste Adresse. Ich erwarte hier auf jeden Fall das größte Potenzial.

Allerdings würde ich sagen, dass man auf User wie mich nicht unbedingt gewartet hat. Die starke Fokussierung auf die mobile App erschwert den Arbeitsablauf schon deutlich. Zwar kann man Instagram auch über den Browser aufrufen und sein Profil verwalten, Bilder posten geht aber nur über die App. Es muss also immer der Umweg über ein Smartphone oder Tablet gegangen werden. Aber an den ungewöhnlichen Workflow gewöhnt man sich schnell.

Die Plattform selbst eignet sich aber sonst perfekt für meine Zwecke. Die Seite ist wunderbar reduziert auf einen Fotostream. Nutzer, die dem eigenen Account folgen, werden automatisch mit meinen auffälligen Bildern versorgt.

Jetzt gilt es allerdings zahlreiche Follower zu bekommen. Dafür bietet Instagram die klassischen Werkzeuge „Liken“ und „Kommentieren“ anderer Beiträge. Viel mehr Möglichkeiten für Aufmerksamkeit zu sorgen sehe ich nicht.

Pinterest

Ebenso viel Potenzial rechne ich Pinterest zu. Auch diese Plattform nutze ich bisher nicht. Viele Seitenbetreiber bezeichnen Pinterest als hervorragende Trafficquelle. Gerade Projekte, die Bilder einsetzen, sollen hier viel Traffic erzeugen können. Knapp 100 Millionen Nutzer können sich schon sehen lassen. Ein Test ist es auf jeden Fall Wert.

Ein Großteil der Nutzer bei Pinterest soll weiblich sein. Das kann mir bei anderen Social Media Projekten noch hilfreich sein. Ein weiterer Grund sich mit der virtuellen Pinnwand vertraut zu machen.

Der Funktionsumfang passt auch perfekt zu meinem Projekt. Über die verschiedenen Pinnwände kann ich genau die Struktur meiner eigenen Seite nachbilden und die Bilder in den entsprechenden Kategorien einstellen.

Ein großer Nachteil ist jedoch, dass die Pinterest-Profilseiten nicht wirklich öffentlich sind. Das heißt meine Pins können „nur“ die 100 Millionen angemeldeten User sehen. Bei dieser Masse ist es grundsätzlich kein Problem, es wird sich nur zeigen, ob Google die Verweise als Backlinks registriert.

Flickr

Flickr zählt zu den größten Foto- und Video-Communities im Internet. Auch über Flickr, mit seinen fast 80 Millionen Nutzern, kann man sicherlich eine Menge Traffic erzielen. Ich habe mich dennoch gegen die Nutzung von Flickr entschieden.

Ich denke einfach für meine Bilder ist dort kein Platz. Die Nutzer erwarten dort hochwertige Bilder und keine Texte, die im Grunde nur auf die Webseite hinweisen sollen. Die User nutzen Flickr eher als Quelle für Bildmaterial. Die Bereitschaft zum Verbreiten meiner Irrtümer dürfte auch deutlich geringer sein als in den „richtigen“ sozialen Netzwerken.

Flickr werde ich vielleicht im Rahmen eines anderen Projektes nutzen.

Tumblr

Auf Tumblr bin ich zuletzt gekommen. Eigentlich geht es hier nicht primär um Bilder. Tumblr ist ja eigentlich eine Blogging-Plattform. Aber viele „Blogs“ gleichen eigentlich einer Mischung aus Instagram und Twitter. Zudem lassen sich die Bilder bei Tumblr gut in Szene setzen und es sind alle nötigen Funktionalitäten gegeben und Beiträge zu verbreiten.

Fraglich ist jedoch, ob meine deutschsprachigen Beiträge großen Anklang finden werden. Tumblr kann zwar bereits mit beachtlichen Nutzerzahlen aufwarten, allerdings ist die Verbreitung in Deutschland noch nicht so sehr gegeben. Nur etwa 3,5% sollen etwa aus dem Bundesgebiet stammen.

Da das Einstellen von Beiträgen bei Tumblr aber wirklich schnell und einfach geht nehme ich diesen minimalen Zusatzaufwand mit und schaue mir an wie sich der Traffic aus dieser Quelle entwickeln wird.

Lohnt sich Google+ überhaupt noch?

Viele bezeichnen Goole+ bereits als „Geisterstadt“. Obwohl es viele Nutzer hat, ist eigentlich nie jemand richtig warm mit dem einst als Facebook-Konkurrent angetretenen Netzwerk geworden. Viele haben wahrscheinlich nur einen Account, weil Google sie für die Nutzung anderer Dienste dazu gezwungen hat.

Aus meiner Erfahrung hat Google+ nie nennenswerten Traffic generieren können. Eigentlich wollte ich meine Aktivitäten dort grundsätzlich einstellen. Nun hat Google aber sein Netzwerk einer Überarbeitung unterzogen. Der Schwerpunkt wird ab jetzt auf den sogenannten Sammlungen und den Communities liegen. Ich persönlich finde diese Neuausrichtung nicht so spannend. Diese beiden Funktionen habe ich bisher nie genutzt. Wobei ich sagen muss, dass ich Google+ mit meinem persönlichen Account ohnehin so gut wie nicht verwendet habe.

Google+ bewegt sich damit meiner Meinung nach etwas weg von einem vollumfänglichen sozialen Netzwerk und steht damit nun endgültig nicht mehr in Konkurrenz zu Facebook. Man konzentriert sich eher darauf in die Nischen zu treten und die kleineren Netzwerke dort zu bedrängen.

Für meine Projekte ist der Focus auf die Sammlungen hingegen interessant. Denn im Prinzip machen diese Google+ zu einem zweiten Pinterest. Über die verschiedenen Sammlungen kann ich sehr gut meine Kategorien abbilden und die Bilder entsprechend einsortieren. Das macht die Sache sehr übersichtlich.

Die Frage wird hier aber sein, ob die Nutzer die Neuausrichtung annehmen werden und die Aktivität sich so erhöht. Ich wage dies ein wenig zu bezweifeln, denn im Grunde bringt es keine Neuerung oder gar Vorteile im Vergleich zu bereits bestehenden Plattformen. Für einen ernst gemeinten Neustart hätte Google sich mehr einfallen lassen müssen.

Dennoch werde ich dem „neuen“ Google+ noch eine Chance geben und sehen wie es sich nun entwickelt.

Fazit

Da ich meinen Fokus bisher nie so stark auf Bilder gelegt hatte, waren die meisten Netzwerke für mich größtenteils Neuland. Ich musste mich also zunächst in die Verschiedenen Systeme einfinden und die einen oder anderen Tücken überwinden. Besonders die Wahl eines für beide Seiten akzeptablen Nutzernamens war hier und da etwas problematisch.

Nach einigen Test findet man sich aber überall schnell ein. Jedes Netzwerk hat sicherlich seine Stärken und Schwächen. Potenzial sehe ich auf jeden Fall gegeben. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Traffic innerhalb und außerhalb der sozialen Netzwerke nun entwickeln wird.

Interessant finde ich auch die Tatsache, dass man sich ein wenig frei machen kann von Dingen, die man eigentlich nur für Google tut. Wenn man bei einem Projekt auf Traffic aus sozialen Netzwerken fokussiert ist, dann sind die ganzen SEO-Weisheiten nebensächlich. Textlängen, Keywordichten, Metatags, Pagespeed und vieles vieles mehr rückt in den Hintergrund. Die Entwicklung einer Seite ohne diesen ganzen Ballast ist wirklich mal angenehm.

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