Affiliate-Wissen

Umsetzung des geforderten Cookie-Hinweises in WordPress

Cookie-Hinweis Umsetzung
CC0 - Pixabay
Geschrieben von Andreas Simon

Wer auf seinen Seiten AdSense-Anzeigen einsetzt, der muss seine Besucher auf die Verwendung von Cookies hinweisen. Zumindest fordert dies Google zukünftig von seinen Nutzern. Es ist also ratsam entsprechend zu reagieren und einen Hinweis einzubauen. Ich habe mir einige Plugins angesehen und beschreibe heute kurz wie ich den Cookie-Hinweis umgesetzt habe.

Google und die Cookie-Richtlinie

Die Aufforderung kam etwas aus heiterem Himmel. Bisher hatte Google sich wenig um die bereits 2009 eingeführte Vorgabe der EU zur Verwendung von Cookies gekümmert. Eigentlich hat die mögliche Unterdrückung seitens der Seitenbesucher im Hinblick auf das Retargeting für Google negative Folgen. Ganz offensichtlich ist der Druck der EU aber so groß, dass man lieber in die Offensive geht. Drohende Strafen oder noch verschärftere Datenschutzgesetze will man offensichtlich nicht riskieren.

Nun sollen also alle Nutzer von AdSense und DoubleClick ihre Seitenbesucher vorwarnen und ausreichend über die Cookie-Nutzung informieren. Wie genau dies aber nun umgesetzt werden muss, ist ein wenig ungewiss.

Was ist nun zu tun?

Letzte Woche habe ich ja bereits ein Interview mit Rechtsanwalt Frank Utikal zur Hinweispflicht bei der Verwendung von Cookies geführt. Nach Auffassung des Experten für Datenschutz geht die Hinweispflicht, deren Umsetzung Google bis zum 30. September fordert, eigentlich über die Anforderungen des deutschen Telemediengesetzes hinaus. Demnach reicht ein entsprechender Hinweis auf Cookies in den Datenschutzhinweisen eigentlich aus.

Die EU-Richtlinie, auf die Google sich beruft, schreibt hingegen eigentlich eine recht strenge Zustimmung (Opt-In) der Seitennutzer vor, ohne die keine Cookies abgelegt oder ausgelesen werden dürfen.

Letztendlich zählt aber nur was Google will. Schließlich geht es ja Im Grunde darum, die Sperrung des eigenen Google-Kontos zu vermeiden. Untätig sollte man also in jedem Fall nicht bleiben. Ich habe mich also für die vom Suchmaschinenbetreiber beschrieben Lösung entschieden, die im Prinzip einem Hinweis mit Kenntnisnahme der Seitenbesucher entspricht. Mehr ist die geforderte Bestätigung per Button ja eigentlich nicht, denn die Cookies werden ja dennoch gesetzt. Eine echte Umsetzung per Opt-In halte ich für technisch ohnehin kaum zu realisieren ohne jeglichen Traffic auf der Seite zu verlieren. Wie genau sich Google die Hinweise vorstellt kann man mit Beispielen auf der extra angelegten Seite cookiechoices.org nachlesen.

Meine Umsetzung des Cookie-Hinweises

Da ich bei allen Projektseiten auf WordPress setze, habe ich es vergleichsweise leicht. Es gibt bereits zahlreiche Plugins, die den geforderten Hinweis auf die Seite bringen. Allerdings sind einige davon kostenpflichtig und das muss meiner Meinung nach für so eine eher einfache Funktionalität nicht sein.

In die engere Wahl sind bei mir Cookie Notice und Cookie Law Info gekommen, die beide kostenlos über WordPress zu installieren sind. Beide haben eigentlich einen ziemlich identischen Funktionsumfang und können den von Google geforderten Hinweis mit Text, Button und Link zu weiteren Details umsetzen. Die Grundvoraussetzung erfüllen die Plugins also. Letztendlich habe ich mich für Cookie Law Info entschieden, weil die Anpassung an das Template mir besser gefallen hat.

In beiden fällen lässt der Hinweis sich entweder oben oder unten an den Fensterrand heften. Ich habe mich für die Variante unten entschieden. So ist das erste was der Nutzer sieht nicht der Hinweis, sondern die Seite die er eigentlich sehen will. Da es durch das Opt-Out Prinzip nicht zwingend erforderlich ist, dass der Nutzer die Nachricht auch wirklich bestätigt sollte dies der bessere Weg sein. Zumindest schreibt Google ja nicht vor wo der Hinweis zu stehen hat.

Beide haben auch die Option, den Hinweis beim Scrollen des Nutzers auszublenden und quasi durch die weitere Nutzung der Seite eine automatische Zustimmung anzunehmen. Davon würde ich aber abraten, denn das dürfte nicht der Forderung von Google genügen.

Das Ergebnis im Frontend ist wie gesagt eigentlich ziemlich identisch. Die Hinweisboxen sind jeweils responsive und werden somit auf allen Fenstergrößen halbwegs vernünftig angezeigt. Auf dem Smartphone nimmt der Hinweis natürlich eine ganze Menge Platz ein. Google fordert schließlich einen recht ausführlichen Text in seinen Beispielen. Ich habe den Beispieltext grundsätzlich übernommen und nur um die Abschnitte über die sozialen Medien gekürzt. Da ich keine Like-Buttons verwende dürfte dies in Ordnung gehen.

Damit der Hinweis nicht zu sehr auffällt habe ich die Farben sehr stark an meine Seite angepasst. Auch bei der Farbgebung macht Google ja keine Vorgaben. Da die Anzahl der Webseiten mit Cookie-Hinweisen jetzt deutlich zunehmen wird, möchte ich das Thema so unaufdringlich wie möglich abfertigen. Die Internet-Nutzer werden von dem ständigen Bestätigen schon genug genervt sein.

Insgesamt bin ich mit der Umsetzung ganz zufrieden und kann beide Plugins eigentlich empfehlen. Schöner wäre natürlich, wenn ein solchen Hinweis gar nicht nötig wäre. Leider hat sich der Gesetzgeber in Deutschland bisher nicht zu der Problematik geäußert.

Für die Umsetzung würde ich empfehlen jetzt bereits alle Vorbereitungen zu treffen. Es ist schließlich mit etwas Arbeit verbunden. Besonders wenn man viele Seiten mit AdSense betreibt. Freischalten würde ich die Hinweise aber erst kurz vor Ablauf der Frist am 30. September. Warum soll man vorher schon unnötig seine Besucher belästigen. Ich habe den Hinweis lediglich zu Anschauungszwecken im Affiliate Tagebuch bereits aktiviert.

7 Kommentare

    • Du meinst die Gültigkeit des Cookies den man ironischer Weise setzen muss um sich merken zu können, dass der Nutzer den Hinweis bereits bestätigt hat? Ich glaube da gibt es keine Vorgabe. Am besten so lange wie möglich, damit die Nutzer so wenig wie möglich genervt werden.

  • Hallo Andreas,
    danke für deine Empfehlung mit dem Plugin. Habe mich zwar schon mit der Aufforderung von Google beschäftigt, aber weniger mit der Lösung dieses „Problems“. Wird irgendwo gesagt, was passiert wenn man der Aufforderung nicht nachgeht?

    • Also so explizit hat Google nirgendwo von Sanktionen gesprochen in diesem Zusammenhang. Aber im Prinzip ist diese Aufforderung Teil der Richtlinien nach denen sich Nutzer von AdSense richten müssen. Ein Verstoß dagegen wird wahrscheinlich wie alles andere auch zum Ausschluss führen. Die Frage ist aber auch wie Google es tatsächlich überprüft, ob ein Hinweis implementiert ist oder nicht. Wer einen Cookie-Hinweis einbaut ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Es ist auch mit Plugins wirklich schnell erledigt. Es ist halt nur sehr ärgerlich seinen Nutzern diesen Hinweis anzeigen zu müssen.

        • In der Tat. In solchen Situationen zeigt sich das Monopol und die Macht von Google. Es ist ja nicht zum ersten Mal, dass Google vorgibt was die Seitenbetreiber zu tun haben. Google macht sich die Onlinewelt, so wie sie ihm gefällt.

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