Affiliate-Wissen

Was bringt Facebook-Werbung?

CC0 - Pixabay
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Geschrieben von Andreas Simon

Ich hatte es ja schon im letzten Wochenbericht angesprochen, dass ich für das Webdesign Tagebuch ein wenig die Werbetrommel gerührt habe. Zu diesem Zweck wollte ich aber nicht einfach nur eine Facebook-Anzeige schalten sondern ein wenig austesten welche Art Anzeigen bei einem kleinen Budget am besten funktionieren.

Die Ausgangslage

Da das Webdesign Tagebuch zwar im Vergleich zu den vorherigen Seiten gut gestartet ist, aber sehr schwankende Besucherzahlen hat, wollte ich ein wenig nachhelfen. Besonders die sozialen Netzwerke kamen als Traffic-Quelle gar nicht in Schwung. Also habe ich mich nicht für AdWords sondern für Facebook-Anzeigen entschieden.

Natürlich hätte ich jetzt einfach eine riesige Kampagne starten können. Aber darum geht es hier ja nicht. Im Normalfall will man ja als Affiliate-Einsteiger nicht viel Geld in sein Projekt investieren, wenn man gar nicht weiß ob es am Ende etwas bringt. Ich wollte daher mal sehen wie weit man mit einem kleinen Budget kommt und welche Art der Anzeigen mit wenig Geld den meisten Nutzen bringen.

Die Anzeigen

Als Limit hatte ich mir 30 Euro gesetzt und die Anzeigen sollten nur zwei Tage laufen. Einige werden jetzt sagen, damit kann man ja nicht viel erreichen. Meine Erfahrung mit Facebook-Ads ist aber, dass man für einen kleinen Anschub der Facebook Seite nicht viel mehr braucht.

Ich habe also drei unterschiedliche Anzeigen erstellt:

  1. Ausgerichtet für Klicks auf die Webseite selbst
  2. Mit dem Ziel Likes auf die Facebook Seite zu bekommen
  3. Optimiert für möglichst viele Impressionen der Anzeige

Alle waren mit jeweils 5€ Tagesbudget ausgestattet und für die gleiche Laufzeit angelegt. Als Zielgruppe hatte ich Interessengebiete wie Webdesign, Webgestaltung oder Webdesigner ausgewählt. Meine bisherige Erfahrung mit Facebook hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Anzeigen möglichst einer sehr eng an das Thema ausgerichteten Zielgruppe zu zeigen. Es bringt nichts, wenn man eine Zahl von 30.000.000 potenziellen Nutzern hat, die aber viel zu allgemein ausgewählt sind.

Für die Vergleichbarkeit waren alle Anzeigen gleich gestaltet. Wobei man sagen muss, dass Facebook für die unterschiedlichen Anzeigenziele auch teilweise unterschiedliche Bildformate verlangt. Warum das so ist erschließt sich mir nicht.

Das Ergebnis

Die Anzeigen starteten sehr unterschiedlich. Allgemein bringt es wenig die Anzeigen zwischen 3:00 und 10:00 Uhr laufen zu lassen, denn da sind zu wenige Menschen überhaupt bei Facebook unterwegs. In diesem Zeitraum wurde zwar nur wenig Geld der Budgets aufgebraucht, es tat sich aber auch fast nichts.

Verlauf der Facebook-Anzeigen

Verlauf der Facebook-Anzeigen

Danach gingen vor allem die Werte der dritten Anzeige, die eben genau auf möglichst viele Impressionen ausgerichtet war, schnell nach oben. Aber eben nur bei den Impressionen. Reaktionen auf die Anzeige gab es während des gesamten ersten Tages nicht eine. Für mich das klare Zeichen, die fünf Euro für den nächsten Tag einzusparen und die Anzeige abzuschalten. Für die Vergleichbarkeit ist das natürlich schlecht, aber ich glaube kaum, dass der nächste Tag besser gelaufen wäre. Stattdessen wollte ich dem Sieger im Duell der verbleibenden Anzeigen einen weiteren Tag spendieren.

Zunächst machte die Anzeige, die für Klicks optimiert war, den besten Eindruck. Auch hier kamen schnell einige Impressionen zusammen. Vor allem kam erstaunlicher Weise der erste Fan auf der Facebook Seite über diese Anzeige. Ihre eigentliche Aufgabe, Besucher auf die Webseite zu locken, machte sie dagegen eher schlecht.
Die andere Anzeige startete sehr gemächlich. Impressionen blieben über Stunden im zweistelligen Bereich. Aber mit der Zeit nahm sie deutlich an Fahrt auf. Nach und nach trudelten über diese Anzeige immer mehr Likes ein, obwohl sie weiterhin nur sehr wenig ausgeliefert wurde.

Am zweiten Tag kristallisierte sich dann heraus, dass Facebook es tatsächlich versteht, die Anzeigen für Facebook-Likes optimiert auszuliefern. Schon über Nacht waren einige neue Fans hinzu gekommen und auch den Tag über wurden es kontinuierlich mehr. Meine Anzeige 2 brachte bei weitem am meisten ein obwohl sie vergleichsweise selten angezeigt wurde.

Ich denke das liegt daran, dass Facebook bei dieser Art von Werbeanzeigen die optimaleren Nutzer auswählt. Zudem wurde die Anzeige jedem der Nutzer auch nur ziemlich genau ein Mal angezeigt. Bei den Anzeigen die auf Impressionen aus sind streut Facebook scheinbar deutlich breiter. Hier werden die Anzeigen im Durchschnitt sechs bis sieben Mal jedem der Nutzer angezeigt.

Was leider am Ende nur sehr mäßig funktionierte war, die Nutzer auf den Blog selbst zu leiten. Hier hat die Anzeige die für Besucher auf der Webseite sorgen sollte nicht so gut gearbeitet. Natürlich gab es mehr Seitenaufrufe als sonst. Aber für den Betrag hätte ich schon etwas mehr erwartet. Für mich war also klar welche Anzeige am besten abgeschnitten hatte. Also gab es für die zweite Anzeige weitere 5 Euro für einen dritten Tag.

Ergebnis in der Kurzübersicht

  1. ca. 2700 Impressionen
    → 1 Like auf der Facebook-Seite und 32 weitergeleitete Besucher im Blog
  2. ca. 1600 Impressionen (in drei Tagen)
    → 29 Likes, 1 Kommentar und 1 Like auf einen Beitrag
  3. ca. 6500 Impressionen (an nur einem Tag)
    → kein Effekt

Insgesamt hat die Seite in der Phase der Anzeige 36 neue Facebook Fans bekommen

Nachhaltigkeit

Ich habe mir mit dem Bericht bewusst etwas Zeit gelassen um nicht nur die Ergebnisse der Anzeige selbst zu sehen. Vielmehr ist ja wichtig, welchen nachhaltigen Effekt eine solche Anzeige hat. Effektiv bleiben natürlich vorerst die 36 Facebook-Nutzer die in Zukunft die neuen Beiträge sehen werden. Wie aktiv diese dann wirklich sein werden wird sich zeigen.

Was Besucher auf dem Blog selbst angeht ist das Ergebnis eher ernüchternd. In der Phase als die Anzeige lief gab es natürlich einen moderaten Anstieg der Besucherzahlen. Das flaute dann aber sehr schnell ab. Im Prinzip waren die Besucherzahlen nach Auslaufen der Werbung wieder auf dem normalen Niveau. Es scheint so zu sein, dass der Effekt einer Anzeige nur schwer aus dem Ökosystem Facebook hinaus zu transportieren ist. Natürlich kann man das bei einer so kleinen Anzeige nicht verallgemeinern. Aber ich finde, dass ist schon ein auffälliger Effekt.

Fazit

Man muss sich im Vorfeld also wirklich genau überlegen welches Ziel die Anzeige haben soll. Möchte man seine Facebook-Seite pushen, dann sollte man definitiv die passende Anzeige wählen. Auch wenn sie auf den ersten Blick weniger leistet weil sie kaum angezeigt wird, bringt sie deutlich mehr Nutzen. Eine Anzeige zu schalten um auf etwas außerhalb von Facebook aufmerksam zu machen ist wohl nur sinnvoll, wenn man etwas wirklich konkretes bewerben will, dass den Usern einen echten Mehrwert bietet. Vor allem sollte man eine passende Landingpage zur Anzeige bauen. Denn auffällig war auch, dass die Absprungrate bei den Besuchern von Facebook extrem hoch war.

Außerdem kann man etwas Geld sparen, wenn man die Anzeigen zwischen 2 Uhr Nachts und 10 Uhr morgens ausschaltet und Budget spart. In dieser Zeit passiert auf Facebook nicht so viel. Zwischen 20 Uhr und 2 Uhr sind die Nutzer dagegen sehr aktiv. Teilweise gehen in diese Zeit auch die Anzeigenpreise runter weil nicht mehr so viele Anzeigen konkurrieren.

Ich bin mit dem Ergebnis insgesamt auf jeden Fall zufrieden. Bei einer Facebook-Seite sind die ersten Fans die schwierigsten. Wenn man erst ein Mal eine gewisse Basis hat kommen neue Fans irgendwann von alleine. Für einen ersten Anschub sind ein paar Euro Investition also nicht schlecht. Insbesondere, da man ab 30 Facebook-Fans die Statistiken freigeschaltet bekommt. Für mich als Zahlenfan ist das natürlich schon die Sache wert.

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